Auf Kohlenhydrate nicht verzichten


Ausgewogen ernähren statt Low-Carb
Auf Kohlenhydrate nicht verzichten

Kohlenhydrate haben einen schlechten Ruf. Doch ist ein kompletter Verzicht auf Brot, Reis und Nudeln sinnvoll? Worauf man für eine gesunde Ernährung achten sollte.

In vielen Diäten wird auf die potenziellen Dickmacher teilweise („Low-Carb“) oder sogar komplett („No-Carb“) verzichtet. Doch weniger auf die Menge als auf die Art der Kohlenhydrate kommt es an. Denn Kohlenhydrate bestehen aus Zuckermolekülketten unterschiedlicher Länge: „Je länger die Kette der Zuckermoleküle, umso länger braucht der Körper, um diese zu zerlegen und in den Blutkreislauf aufzunehmen“, weiß Stefan Kabisch, Studienarzt am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE). Der Stoffwechsel wird dadurch über einen längeren Zeitraum schonender angeregt.

„Leere Kohlenhydrate“ schaden dem Stoffwechsel

Nimmt der Körper Kohlenhydrate aus der Nahrung auf, steigt der Blutzuckerspiegel, woraufhin das „Sattmacher“-Hormon Insulin ausgeschüttet wird. Bei langkettigen Kohlenhydraten verteilt sich die Insulin-Ausschüttung über einen längeren Zeitraum. Werden zwischen den Mahlzeiten hingegen kurzkettige Snacks in Form von Süßigkeiten oder zuckerhaltigen Getränken verzehrt, lässt die Ausschüttung schnell nach, weshalb wir anschließend wieder hungrig sind („leere Kohlenhydrate“). Häufige Anstiege des Blutzuckerspiegels durch Süßigkeiten oder zuckerhaltige Getränke schaden zudem dem Stoffwechsel – Folgen sind langfristig Diabetes mellitus oder eine Fettleber.

Gute Kohlenhydrate dienen auch als Ballaststoffe

Lebensmittel mit vielen langkettigen Kohlenhydraten, wie Obst, Gemüse oder Vollkornprodukte, enthalten darüber hinaus hohe Mengen an Ballaststoffen – diese nehmen Low-Carb-Anhänger häufig nicht ausreichend zu sich. Ernährungsexperten betonen daher, dass eine ausgewogene Ernährung sinnvoller ist, als komplett auf bestimmte Nahrungsmittelgruppen zu verzichten. Kalorien können zudem nicht nur in Form von Kohlenhydraten, sondern ebenso gut durch weniger fettiges Essen eingespart werden.

Quelle: Internisten im Netz

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