Weltbeste Versorgung bei Schlaganfall


300 Stroke Units zertifiziert
Weltbeste Versorgung bei Schlaganfall

Deutschland ist Weltmeister – bei der Behandlung von Menschen mit Schlaganfall. Bundesweit finden sich über 300 zertifizierte Stroke Units. Die Spezialeinrichtungen bieten eine schnelle Versorgung auf höchstem medizinischem Niveau.

Bei einem Schlaganfall steht viel auf dem Spiel: Die Blutversorgung bestimmter Gehirnareale stockt und innerhalb kürzester Zeit gehen Nervenzellen an Sauerstoffmangel zugrunde. Oft hilft eine Lyse-Therapie.  Hierzu bekommt der Betroffene eine Infusion verabreicht, die das Gerinnsel auflöst. Dieser Eingriff stellt hohe Anforderungen an den behandelnden Arzt. Deshalb erfolgt er am besten auf einer Stroke Unit – das heißt einer Krankenhausstation, die auf Schlaganfall-Patienten spezialisiert ist. „Selbst schwere Krankheitsfälle können hier auf hohem internationalen Niveau und mit großen Erfolgsaussichten behandelt werden,“ betont Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Stroke Units mit überregionalem Rang

Für das Niveau der Stroke Units sorgen die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Unlängst zertifizierten sie in Deutschland die 300. Stroke Unit. Einige haben überregionalen Rang. „Wichtig für die Zertifizierung zu einer überregionalen Stroke Unit ist unter anderem, dass mindestens zwei Neuro-Interventionalisten vor Ort sind, die eine […] Thrombektomie – anbieten können“, erklärt Prof. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der DSG. Bei der Thrombektomie führt der Arzt einen Katheter durch die Leistenarterie und zieht den Blutpfropf mithilfe eines Stents heraus. Das moderne Verfahren eignet sich sogar zur Behandlung schwerer Schlaganfälle.

Flächendeckendes Netz für Patienten mit Schlaganfall

Die 300 zertifizierten Stroke Units bieten eine flächendeckende Versorgung. Dennoch besteht Verbesserungsbedarf. „Damit ausreichend Patienten in allen Regionen aufgenommen werden können, müssen gegebenenfalls die bestehenden Stroke Units vergrößert werden“, gibt Prof. Schäbitz zu bedenken.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.

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